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Elefäntchen Naseweis

Riphagen, Loes

Übersetzung: Lammers, Annabel

Rating Star

Erscheinungsjahr: 2017

Verlag: Bohem

Empfohlen ab: 3 Jahre

ISBN: 9783959390422

Inhalt

Wieso läufst du seitwärts?

Warum hast du zwei Höcker?

Wieso ist denn deine Zunge blau?

Was ist deine Lieblingsspeise?

 

Der kleine Elefant hat unendlich viele Fragen. Die verschiedenen Savannenbewohner und ihre Eigenarten wecken sein Interesse. Doch seine Neugierde führt ihn auch zum Krokodil. Und das meint es nicht immer gut!

Kiplings skurrile Erzählung „Wie der Elefant zu seinem Rüssel kam“ kommt bei Loes Riphagens Version mit nur wenigen Worten aus und mundet in einem urkomischen Finale. Seitdem möchte jeder ein Elefäntchen sein!

Bewertung

Elefäntchen Naseweis ist ein Remake des Kipping Klassikers „Wie der Elefant seinen Rüssel bekam“ von der jungen Niederländerin Loes Riphagen. Der neugierige kleine Elefant ist diesmal eingebettet in Collagen und kommt mit sehr wenig Text aus. Was bleibt: der Elefant nervt mit seinen Fragen zu Besonderheiten und steckt seine Nase in die Angelegenheiten „anderer Leute“. Neugierig und etwas distanzlos ist er - wie 3-4 Jährige der Zielgruppe eben auch. Und so kommt es wie es kommen muss … aber das Ergebnis verschreckt nicht, sondern ist nachvollziehbar und kann nicht als moralischer Zeigefinger gewertet werden. Solche Eindeutigkeit wäre der Autorin vermutlich zu „einfach“.

Loes Riphagen hat das Thema grafisch geschickt umgesetzt und lässt dem Interpreten massig Raum, sich auszutoben. Besondere Kennzeichen des Werkes: Schwarz-weiße Collagen, daneben viele Facetten von Grau - aber stets ein farbiger Fokus auf die jeweiligen Haupt-Akteure. Schrift und Inhalt treten in den Hintergrund - die Mimik der Zuschauer dagegen spricht Bände. Diese Gestaltung erscheint zielgerichtet. Der Genuss des Werkes ist aufregend für den kleinen Rezipienten. Fragen über Fragen stellt das Buch und alle Antworten muss man dem Vorleser förmlich aus der Nase ziehen. Die Conclusio darf man sich auch selbst stricken oder vom Vorleser gestalten lassen - gar nicht so einfach das Ganze. Wer aber den Mut hat, sich darauf einzulassen, wird belohnt.

"Komm doch mal näher" Aufmerksam beobachten, Situationen besser einschätzen, Kontakte knüpfen, hilfsbereit sein und neugierig bleiben - viele fordernde Aufgaben für „Kleine Elefanten“ und vorlaute Eltern-Tiere. Zumindest letztere nehmen dieses Herausforderung billigend in Kauf und genießen die Bilderbuch-Aufmachung, die "alte" Bücherfreunde verzaubert. Haptisch ist das Buch durch die matte Oberfläche und die Prägung des Covers bereits ein Erlebnis. Verborgenes Tohuwabohu lässt sich entblättern. Ich begeistere mich für das Werk. Leider ist es bei uns wiederholt so, dass Aufmachung und tolle Grafik vom Bücherkind (3) nicht geschätzt werden und das Erarbeiten von Inhalten mühseliger ist als der Medienkonsum ohne Nachfragen. Einfacher Konsum funktioniert hier aber nicht. Damit bleibt bei uns nur der Vorleser begeistert (5*) zurück und das wundervolle Bilderbuch unverdienter Maßen in der Ecke ("Nicht so gut" 2*). Unsere Wertung muss beidem gerecht werden und so bleiben großzügig aufgerundete 4 Sterne Durchschnittswertung übrig. Die junge Illustratorin hat den Protagonisten in einer kostenlosen App „Der blaue Elefant“ Leben eingehaucht. Ich kann mir vorstellen, dass hier die Begeisterung des jungen Bücherkindes für den Elefanten und seine Geschichte doch noch entfacht werden kann - mit weniger anstrengendem Medienkonsum.

 

Anja Rosenau mit Simon (4) :: Redaktion Buecherkinder.de

Themen: Abenteuer, Humor